Schicksalsjahre erster bis zweiter Weltkrieg
1919 wird durch Abschluss des Versailler Vertrages die bisherige Haupttätigkeit des Roten Kreuzes, nämlich Hilfsorganisation für den Sanitätsdienst des Heeres zu sein, geändert: Das Rote Kreuz soll künftig nur noch im zivilen Bereich im Rahmen der Krankenpflege und Wohlfahrt tätig werden. Infolge der Inflation kommt es zur ausbreitenden Verarmung der Bevölkerung, Migliederschwund, geringeren Beitragszahlung, geringeren Spendenbereitschaft, zu einem merklichen Rückgang im DRK-Dudweiler. Frauen und Mädchen werden erstmals als aktive Mitglieder in der Sanitätskolonne aufgenommen.
1925 schafft sich das Rote Kreuz einen „Krankentransportwagen“ an, eine zwischen zwei Rädern befestigte, mit einer Zeltplane gegen Witterungseinflüsse überdachten Trage, die bei notwendigen Transporten zum Arzt bzw. ins St. Josef-Krankenhaus, von Helfern der Sanitätskolonne geschoben werden kann. 1926 wird der Spielmannszug vom Dudweiler Roten Kreuz unter der Leitung von Christian Luckenbill gegründet. 1929 wird eine Rot-Kreuz-Jugendgruppe unter der Leitung von Nikolaus Hayer gegründet. 1929 stellt Bürgermeister Jost der freiwilligen Sanitätskolonne eine große ehemalige Militärbaracke hinter dem Marktschulhaus zur Verfügung. Außer einem Unterrichts- und einem Geräteraum stehen weitere 3 Räume und eine Küche für einen Sanitätskamerad als Wohnung bereit, er ist für die Geräte und das Sanitätsmaterial, das nun verstärkt angeschafft und in der Baracke deponiert wird, verantwortlich.
1930 beteiligt sich die Sanitätskolonne am Grubenunglück in Maybach (90 Tote).
1931 bis 1951 leitet die männliche Bereitschaft Heinrich Pitz.
1933 kommt es zur Gasometerexplosion in Neunkirchen. Die Bierverleger Armbrust und Brenner stellen je einen LKW zur Verfügung, auf denen 45 Helfer mit Dr. Meyer an die Unglücksstelle fahren. Es starben 60 Menschen, ungefähr 120 waren schwer- und 400 leicht verletzt.
Aufgrund der Erfahrungen wurden anschließend zusätzlich ein Sanitätszelt angeschafft und die Vorräte an Sanitätsmittel aufgestockt. Willibrord Lithardt wird einstimmig zum 1. Vorsitzenden wiedergewählt, Veronika Neumann übernimmt die Führung der weiblichen Bereitschaft,
1938 geht das Amt an Berta Eichhorn über.
Am Bahnhof Dudweiler passieren, während der Kampfhandlungen an der Westfront, Lazarettzüge mit verwundeten Soldaten, die von Helferinnen der Bereitschaft und der Rettungsstelle verpflegt und betreut werden.
1933 werden im Deutschen Reich alle Vaterländischen Frauen- und Rot-Kreuz-Vereine zum Deutschen Roten Kreuz (DRK) zusammen gefasst.
1935 erfolgte, nach der politischen Rückgliederung des Saargebietes, diese Neuorganisation auch in den saarländischen Städten und Gemeinden,
1939, zum Beginn des II. Weltkrieges, werden die Helfer vom DRK-Dudweiler zur Evakuierung der Krankenhäuser in der Gefahrenzone der „Roten Zone“ eingesetzt.
1940, nach dem Frankreichfeldzug, ist die Bereitschaftsführerin Berta Eichhorn mit 10 Helferinnen 4 Wochen im Bürgerhospital Saarbrücken (in dem sich damals ein Reservelazarett der Wehrmacht befand), um verwundete Soldaten zu versorgen. Anschließend ging sie mit einer anderen Gruppe nach Metz zur Hilfeleistung.
1941, als eine Luftschutz-Rettungsstelle in der Mühlenschule eingerichtet wird, übernehmen 10 Hilfs-Luftschutzpolizisten die Organisation, Dr. Hoos die ärzliche Leitung und Berta Eichhorn mit 15 Rot-Kreuz-Helferinnen die Sanitätsbereitschaft. Alle Einsatzkräfte sind verpflichtet, bei Fliegeralarm behinderten und älteren Menschen beim Aufsuchen der Luftschutzräume zu helfen: Jede Helferin und Helfer hat sich um bestimmte Personen aus seiner Nachbarschaft zu kümmern.
Im II. Weltkrieg starben als Sanitätskräfte die folgenden aktiven Mitglieder des DRK-Ortsvereins Dudweiler:
Arnold Albert, Erich Hayer, Erich Jung, Hans Klein, Heinrich Maul, Helmut Pitz, Walter Pitz, Ellen Poschmann, Fritz Spang und Julius Wilden.
